Das siebte Bild – Zauneidechse

Warum in die Ferne schweifen?

Es ist ein warmer Tag im Spätfrühling. Es ist Wochenende und die Sonne scheint. Ein perfekter Tag, um mit der Kamera auf Fotosafari zu gehen. Aber wohin? Es reizt mich nicht ins Auto zu steigen und irgendwohin zu fahren. Der Hund liegt im Garten in der Sonne und scheint glücklich, zufrieden und kaum dazu zu bewegen, das Grundstück zu verlassen. Wozu auch? Raika, meine Rauhaardackel-Hündin hat hier alles, was sie sich wünscht.

Also beschliesse ich es ihr gleich zu tun und daheim zu bleiben. Fotosafari ist ja schliesslich auch im eigenen Garten möglich. Vor allem im Frühjahr bieten sich unzählige Motive, von blühenden Blumen und Sträuchern, über Schmetterlinge und Käfer bis hin zu Eidechsen. Und genau auf diese hab ich es nun abgesehen. Also kurzum die Kamera in die Hand genommen und das 100 mm Makro drauf gepackt. Mit einer Nahdistanzgrenze von nur knapp 30 cm ist es optimal für die Aufgabe gewappnet.

Nahe genug ran kommen

Das Wetter ist perfekt. Die Sonne darf ordentlich scheinen, damit die Eidechsen raus kommen und sich auf den Stufen unserer Steintreppe niederlassen. Es stellt sich nur die Frage, wie ich nahe genug an die Tiere herankomme? Ein Männchen soll es werden, denn das leuchtende Grün und der helle, braune Streifen auf dem Rücken machen sie zu ausgesprochen schmucken Wesen. Zauneidechsen sind nach den Smaragdeidechsen, welche sie auch optisch noch etwas überflügeln, mit über 20 cm die grössten Eidechsen der Schweiz. Ich freue mich, diese Tiere im eigenen Garten zu haben und der Hund hält die Katzen fern, die ihnen ans Leben wollen.

Langsam steige ich die Stufen der langen Treppe vom Haus durch den Garten hinunter und halte Ausschau nach einem Zauneidechsen-Männchen. Dort unten, 30 Stufen von mir entfernt, liegt eines. Ich versuche mich anzupirschen, doch kaum bin ich in seiner Nähe, ist es mit einem kurzen, explosionsartigen Sprung in den Büschen am Rand der Treppe verschwunden. Aber ich habe Zeit, ich kann warten. Und in der Sonne ist das Warten angenehm. Also merke ich mir die Stelle, wo die Eidechse lag und setze mich einige Stufen unterhalb auf die Lauer. Es dauert nicht lange, da raschelt es. Die Eidechse klettert neben der Treppe auf die Hecke. Das Grün der Körpers und das der Pflanze ergänzen sich optimal. Sie liegt ruhig dort und schaut direkt in die Kamera – ein tolles Fotomodell.

 

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